
Am 25.09.1944 geht im Auswärtigen Amt in Berlin ein Telegramm ein, das für Adolf Wüster bestimmt ist.[1] Es befindet sich in seiner Personalakte. Nachdem die Deutschen Paris verlassen haben, ist es nicht leicht sie nun im Herbst 1944 ausfindig zu machen. Es ist zwar nicht ganz abwegig Wüster in Berlin zu vermuten, doch da ist er nicht. Vielmehr wird ihm das Telegramm an eine andere Adresse nachgesendet. Nach Schloss Thalhausen bei Freising! Den Ort, wo Maria Gillhausen wohnt und sich auch einige seiner Bilder nach dem Krieg befinden. Möglicherweise hat er sie im September dort selbst vorbeigebracht?
Beim Absender handelt es sich übrigens um Hermann Ginzel. Aus dem "Du" ist zu schließen, dass es sich bei ihm um einen guten Bekannten oder gar Freund Adolf Wüsters handelt. Dieser war nach eigener Aussage von Anfang 1938 bis August 1939 als Auslandskorrespondent des Westdeutschen Beobachters in Paris tätig. Aschließend für kurze Zeit in Rumänien. 1940 bis Herbst 1941 arbeitete er für die Deutsche Zeitung in Amsterdam. Winter 1941 bis Mai 1942 dann als Auslandskorrespondent in Südosteuropa . Ab Herbst 1943 bis Ende 1944 hielt er sich dann ganz überwiegend in Köln auf, fuhr allerdings alle drei Monate für je acht Tage in das Pariser Büro des Westdeutschen Beobachters, um es zu inspizieren. [2] Wüster und er, sowie auch Gerber kennnen sich also schon länger.
Wer dieser "Gerber" in Insbruck ist, ist mir nicht bekannt.
[1] PAAA_P1_017014
[2] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1049 (SBE Hauptausschuss Regierungsbezirk Köln), Nr. 41546: Entnazifizierungsakte Hermann Ginzel